Editorial September 2026

Der Sommer geht zu Ende. Viele verbrachten ihre Urlaube im Ausland und haben in anderen Ländern sehen können, was besser funktioniert. In einem Land fahren die Eisenbahnen pünktlicher, im anderen ist man gastfreundlicher. Wer tiefer reinschnuppern konnte, merkte schnell, dass überall nur mit Wasser gekocht wird. So schlecht geht es uns in Deutschland gar nicht.



Diskussionen um Bauprojekte gibt es genauso in anderen Städten, seltener um eingestürzte Brücken (S. 8).
Bei der Heimreise wird uns besonders bewusst, in welche fantastischen Umgebung Dresden eingebettet ist und was für großartige Architektur hier zu finden ist. Einen großen Anteil daran, dass so viele historische Bauten noch oder wieder strahlen, hat die Denkmalpflege. Sie zu beschneiden, wie es Beschlüsse der sächsischen Staatsregierung vorsehen, ist kurzsichtig. Dagegen läuft eine Petition (nebenstehend). Der Tag des offenen Denkmals ist ein guter Anlass, sich den großen Wert solcher Bauten zeigen zu lassen (S. 17).
Fast ganz Europa litt unter dem heißen und trockenen Sommer. Große Hitzewellen sind eine Naturkatastrophe. Da sie häufiger auftreten werden, muss die Stadt weitere Vorkehrungen treffen. Sie muss aber auch transparent machen, was die neuen Chipfabriken für den Grundwasserhaushalt und den Wasserstand der Elbe bedeuten.
Für Qualität und Quantität der Weine war das Wetter in diesem Jahr gar nicht schlecht. Im Frühjahr gab es genug Regen. Mit den hohen Temperaturen im Sommer kamen die meisten Sorten zurecht. Mehltau und andere Weinkrankheiten hatten kaum eine Chance. Der Pillnitzer Weinherbst (S. 3 u. 5) und weitere Weinfeste können somit ausgelassen gefeiert werden. Vom alkoholfreien Wein rät unser Kolumnist allerdings ab (S. 5). Wir in der Redaktion trinken auch lieber einen guten Tropfen echten Weines und sinnieren mit Anwohnern, was es mit der Platzgestaltung in Niederpoyritz auf sich hat (S. 4).

Jürgen Frohse