Editorial November 2026

Vor 200 Jahren gründete August Leonhardi seine Firma und 30 Jahre später erhielt er das Patent für die Alizarintinte. Der Aufstieg des Unternehmens begann und die Familie Leonhardi prägte Loschwitz durch die Firma, aber auch durch Stiftungen über viele Jahrzehnte.


Die Familie konnte ein sehr gutes Leben führen – und verlor am Ende doch alles. Das ist der Stoff, aus dem Romane entstehen. Gertrud Laub recherchierte – auch in Beiträgen des Elbhang-Kuriers, sprach mit noch lebenden Verwandten und verband historische Fakten mit einer fiktiven Alltagsbeschreibung. Für die Herstellung des Buches wandte sie sich an den Elbhang-Kurier-Verlag, der die Möglichkeit hatte, auf Archive mit historischem Bildmaterial zuzugreifen. So konnte der Roman reich illustriert werden. Am 19. November wird er im
Leonhardi-Museum präsentiert.
Das ist für uns Anlass, die Tintenfabrik und die Tinte im Allgemeinen zu beleuchten. Jutta Aurich, die ein Buch über die Chemnitzer Tintenfabrik Beyer schrieb, führt uns in die Geschichte der Tinte ein und erzählt vom Kartell der Tintenfabrikanten. Ein weiterer Beitrag widmet sich der Konkurrenz zwischen Pelikan und Leonhardi. Eberhard Münzner suchte nach der Wahrheit eines Unfalls vor über 100 Jahren, bei dem zwei Jungen ertranken und der der Tintenfabrik angelastet wurde. Hanna Sachau und Christian Mögel fanden Spuren von Leonhardi. Ein besonderer Tintenfisch liefert die Sepia-Tinte, andere kann man essen. Christian Müller fragt sich, ob Tintenfisch am Elbhang schmecken kann?
Für diese Ausgabe waren natürlich auch viele andere Dinge wichtig. In den Stadtbezirksbeiratssitzungen wurde heftig über geplante Kürzungen bei den Verkehrsbetrieben diskutiert. Kaum vorstellbar, dass der Stadtrat dieser Vorlage zustimmt. Aber der Stadt fehlt das Geld, sie »sitzt in der Tinte«.