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Bildungsarbeit im Kleinbauernmuseum Reitzendorf durch ausstehenden Stadtratsbeschluss in Gefahr
Seit mehreren Jahren verhandelt der Heimatverein Schönfelder Hochland e.V. mit der Landeshauptstadt Dresden zur Übertragung des Kleinbauernmuseums Reitzendorf an die Stadt. Hauptgründe für den geplanten Trägerwechsel sind die Überalterung der Vereinsmitglieder, die in ehrenamtlicher Arbeit viele notwendige Tätigkeiten erledigen sowie die Unterfinanzierung durch gestiegene Personalkosten.
Durch Corona und Krankheit der Vorsitzenden des Vereines Martina Angermann verzögerte sich das Agieren zur konkreten Übernahme bis ins Jahr 2023. Durch die Kulturbürgermeisterin Frau Klepsch wurden dann die Verhandlungen wieder aufgenommen und mündeten in der Erarbeitung einer konkreten Beschlussvorlage für den Stadtrat.
Grundlage für diesen Beschluss ist die Vereinbarung über die Eingliederung der Gemeinde Schönfeld-Weißig in die Landeshauptstadt Dresden aus dem Jahr 1999, in der der Erhalt des Kleinbauernmuseums Reizendorf festgeschrieben ist.
Das Kleinbauernmuseum Reitzendorf hat ca. 5.000 Besucher im Jahr, darunter ca. 2.000 Grundschüler, die das Museum innerhalb unterrichtsergänzender Projekte besuchen. Dieser Part stellt den Hauptzweig der Arbeit im Kleinbauernmuseum dar. Darüber hinaus vermittelt die Dauerausstellung das Leben und die Wirtschaftsweise der Kleinbauern bis zur Bildung der LPG. Vier Sonderausstellungen, mehrere Feste sowie Freiluft-Kinoveranstaltungen werden genauso durchgeführt, wie Lesungen und kleinere Kulturveranstaltungen. Das Museum ist Treffpunkt für Jung und Alt und hat sich seinen Platz im Museumsleben der Stadt längst erobert.
Mit breiter Mehrheit befürwortete bereits im Oktober 2024 der Ortschaftsrat Schönfeld-Weißig die Beschlussvorlage. Die Behandlung in den Ausschüssen der Landeshauptstadt wurde jedoch immer wieder vertagt, man könnte sagen, torpediert. Die vom Verein für den Fall einer Verzögerung der Entscheidung gestellte Antrag auf Institutionelle Förderung in Höhe von 46.800 € wurde vom Kulturausschuss in Höhe von 23.000 € bewilligt, eine Aufstockung in Aussicht gestellt.
Die Zuweisung der Fördermittel erfolgt vierteljährlich. Da der Heimatverein Schönfelder Hochland e. V. im Winter über keine nennenswerten Einnahmen aus dem Museumsbetrieb verfügt, muss nunmehr die Kündigung einer in Teilzeit beschäftigten Mitarbeiterin zum 28. Februar 2025 erfolgen, und der Verein muss sich von der pädagogisch sehr wichtigen Projektarbeit mit Grundschülern verabschieden. Das Risiko der Unterfinanzierung ist durch den ehrenamtlichen Vorstand des Vereines nicht zu tragen. Somit droht eine über ca. 30 Jahre andauernde erfolgreiche Bildungsarbeit für Grundschüler „den Bach hinunter zu gehen“.
Es ergibt sich für uns die Frage, wie Herr Dr. Porstmann als Direktor der Museen der Stadt Dresden und der Stadtrat die Zukunft des Kleinbauernmuseums Reitzendorf in Anbetracht der Einhaltung der Eingliederungsvereinbarung sehen.
Konrad Häcker, Schatzmeister
Martina Angermann, Vorsitzende