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Das Käfer-Porträt: Borkenkäfer (Scolytinae)
Baum tot – Käfer weg
Borkenkäfer gehören zu den gefürchteten Forstschädlingen. Vor allem in Monokulturen von Fichten und Kiefern können sie ganze Wälder vernichten. Die Forstwirte begegnen diesen Problemen mit dem Umbau von reinen Nadelwäldern zu Mischwäldern, auch ist der Einsatz von Giften oft nicht zu vermeiden.
Fast alle Borkenkäfer dringen in der Regel nur in kränkelnde und beschädigte Bäume ein, auch in gefällte, noch nicht entrindete. Bei einigen Arten wurde nachgewiesen, dass sie von flüchtigen Terpenen, wie sie aus verwundeten Bäumen ausfließen, angelockt werden. Ist erst einmal ein Stamm befallen, so lockt der Duft unbegatteter, im Phloem fressender Weibchen Männchen und andere Weibchen an (es wirken Sexualpheromone und Aggregationspheromone), sodass ein Massenbefall zustande kommen kann. Alle Borkenkäfer durchbohren die Borke, die meisten fressen das Phloem, mit den für den Baum lebenswichtigen Bahnen der Assimilate und dem Parenchym, andere Arten nagen Gänge in Holz.

Deswegen werden bei den baumbewohnenden Arten zwei Gruppen unterschieden: Rindenbrüter und Holzbrüter. Auf letztere gehen wir hier nicht ein.
Zuerst werden von den rindenbrütenden Arten die sogenannten Rammelkammern angelegt, in denen die Paarung erfolgt. Anschließend nagen die Weibchen Muttergänge. In denen werden Einischen seitlich angelegt, von denen aus die Larven dann selbstständig ihre Larvengänge fressen. So entstehen dann die arteigenen Fraßbilder. Am Ende der Gänge verpuppen sie sich, und die Käfer der neuen Generation nagen sich dann durch die Borke nach außen.
Die rindenbrütenden Borkenkäfer leben also vom lebenden Pflanzengewebe. Mit bereits abgestorbenem Holz können sie nichts anfangen. Im Wald verbleibendes Totholz ist also kein Brutsubstrat für sie. Von ihm und in ihm entwickeln sich ganz andere Käfer – oft gefährdete und seltene Arten, die dabei helfen, die Holzsubstanz abzubauen und wieder in den Kreislauf der Natur einzufügen.
Bernhard Klausnitzer
