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Als »Käseblatt« wurde auch unsere Zeitschrift schon von bösen Zungen betitelt – nun haben wir diesen zum Thema gemacht. »Alles Käse!« – so entfährt es wohl manchem, wenn er den in Rede stehenden Gegenstand für haltlos, unwahr, komisch oder schlicht für blanken Unsinn hält.
»Käs’ Dich mal aus«, sagt man auch, wenn die Rede allzulang wird oder man »in die Gänge« kommen möge. – Wir wollten uns einmal humorvoll über den Käse »auskäsen« und entdeckten eine unerwartete Fülle von Molkerei- und Butterhandelsgeschichte(n) in Vergangenheit und Gegenwart – die Milchläden »reiften« zu Fromagerien.
Die positivere Deutung des Begriffes Käse fiel mir leicht, weil ich gerade aus dem Frankreich-Urlaub zurückgekehrt war: 230 Kilometer Wanderungen durch die Bretagne bekamen so manches »Plüs«, d. h. zusätzlich zum Dessert auch Käse im Menü.
Den »Käse« als etwas Unernstes fanden wir bei den Kollegen vom Satireblatt »Der Postillon«. Einen süßen »Dreikäsehoch« entdeckte Fotografin Hanna Sachau auf dem Körnerplatz. Und der Handzeichner gestaltete diesen Platz als Lob unser aller Käsokratie gründlich um.
Dieses »Käseblatt« bietet aber nicht nur Käsekultur, sondern so spannende Höhepunkte wie die bevorstehende Keppgrund-Scheckübergabe (S. 4), Fotoimpressionen von der ersten Hosterwitzer Elbtaufe (S. 5), Hoffnung für die Never-Ending-Story der Öffnung der Pressgasse (S. 9) und einen Bericht über Dresdens erste »Spielstraße auf Zeit« in Tolkewitz (S. 8).
Nach der Kunst der Käsebereitung kommt auch die heimische Kunstgeschichte nicht zu kurz: Unsere Weber-Reihe stellt die Nachfahren des großen Komponisten vor. Wir gratulieren dem Loschwitzer Künstler Winfried Hänel zum 80. und würdigen 50 Jahre Dresdner Graphikmarkt, an dem sich viele Elbhang-Künstler beteiligten und beteiligen. Wir schauen in romantischer Stimmung nach Freital, wo die Kunsthandlung Kühne vom Weißen Hirsch an einer besonderen Ausstellung mitwirkte, und stellen die Ausstellung »Jüdisches Leben in Pirna« vor. Und wir freuen uns, dass der Wachwitzer Kunstort der ehemaligen Cantiere 123 wieder mit Leben erfüllt wird.
Holger Friebel