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Editorial Juni 2025
Unser »Titelheld« Peter Flache (rechts), hier mit Micha Winkler), kann zum 32. Elbhangfest nicht einmal einen »Nicht-Umzug« moderieren, denn die Straße muss für den Verkehr freigegeben bleiben. Dafür treten beide am Sonnabend, 17.30 Uhr im Weindorf Pillnitz auf: »Während der eine Blech redet und der andere Blech bläst, entsteht ein multikulturelles Ereignis der Extraklasse.«
Und Humor braucht es, um in der Welt der Terrorgefahren zu überleben.
Das Elbhangfest 2025 mit mehr als 255 Programmpunkten, rund 197 mitwirkenden Künstlern bzw. Ensembles und 80 Spielorten stand kurzzeitig »auf der Kippe«, weil es in keine Verwaltungsvorschrift passt. Die Anwohner des ganzen Hanges können nicht hinter zertifizierten Terrorsperren ein- und ihre Autos ausgesperrt werden.
Willkommen in Absurdistan: Um die Sicherheit zu erhöhen, muss nun die verkehrsberuhigte Hauptachse des Festes für den Verkehr geöffnet bleiben.
Es sei denn, ein Schelm käme daher und meldete eine Demonstration an. Oder vielleicht ginge auch, ein Dynamo-Fußballspiel auf sieben Kilometer Länge zu strecken? Ob die Herren so lauffreudig sein könnten? Für beide Aktivitätsformen hat die Stadt immer Zeit, Geld und jede Menge Polizeikräfte zur Hand.
Warum können Stadt und Land sich nicht dazu bekennen, gemeinsam eine friedliche, eintrittsfreie Festtradition von Bürgern zu schützen, die genau für diesen Schutz durch den Staat ihre Steuern zahlen?
Das Fest wird trotzdem stattfinden, die Menschen wollen es sich nicht nehmen lassen.
Einigen war die gesperrte Pillnitzer Landstraße immer schon ein Dorn im Auge und zu anstrengend – für viele andere ist die einmalige Fußgängermeile die Herzschlagader des Festes.
Dass wir nun mit einem »Bypass« arbeiten müssen, tut vor allem den Elbhangfest-Gründern weh, die 1991 ihr Fest – ein Dresdner Original – in eine vermeintliche Freiheit hinein gestartet hatten. Hoffen wir, dass perspektivisch eine ausgewogenere Lösung wieder dieses Flair möglich macht.
Nur das Hosterwitzer Weber-Museum bleibt erstmalig beim Fest still – Künstler äußern sich dazu (s. S. 20).
Holger Friebel