Editorial Mai 2026

Es macht Freude, eine Fahrt mit einem Dampfer auf der Elbe zu erleben – wie vor 125 Jahren, als das Titelbild entstand. Einiges hat sich verändert. Es gibt keinen Kondukteur, Klappstühle und Tischdecken mehr. Doch immer noch lernen sich Liebespaare auf den Schiffen kennen!



Im Wonnemonat Mai platzen unsere Kulturseiten fast aus den Nähten. Die Feuerwehr Bühlau feiert 125 und der Segelclub Wachwitz 75 Jahre ihres Bestehens. Die Weinbergkirche lädt zum Frühjahrsfest und die Hosterwitzer Gemeinde zum Brotbacken. Die Ausstellung zu August Kotzsch im Leonhardi-Museum sollten Sie nicht verpassen. Im Park-Hotel findet die Prohibitionsparty statt, obwohl es gar kein Alkoholverbot mehr – oder noch nicht? – gibt. Das Dixielandfestival ist an einigen Veranstaltungsorten auch am Elbhang zu erleben. Der noch bis 3. Mai stattfindende »Rummel« war für M. M. Holzauge Anlass, an die Vogelwiese früherer Zeiten zu erinnern. Für das Elbhangfest laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren – jetzt sind wieder die Unter- stützer-Bändchen (Spende 10 Euro) erhältlich.
Im Mai wird jährlich auch des Endes des Zweiten Weltkrieges gedacht. Dabei sollten dessen Ursachen nicht vergessen werden. Über die Zeit des Nationalsozialismus ist am Elbhang wenig Material vorhanden. Viele private Dokumente und Fotos wurden nach dem Krieg vernichtet, um sich nicht verdächtig zu machen. Umso bemerkenswerter ist es, dass Dr. Bernd Findeis den »Kirchenkampf« in der NS-Zeit auf dem Weißen Hirsch und Dr. Bernd Lindau das Geheimnis der »Schattenwiese«, eines ehemaligen Arbeitslagers in Bühlau, beleuchten konnten. Dr. Lindau hatte das Glück, dass eine ehemalige Klassenkameradin nach dem Krieg in einer der Baracken des ehemaligen Arbeitslagers gewohnt hatte und ihm Fotos und Dokumente aus dieser Zeit zur Verfügung stellte. Auch die Ortsvereine am Elbhang sind über Materialien aus dieser Zeit sehr dankbar. Bitte werfen Sie diese nicht weg.

Jürgen Frohse