Zur Jubiläumsausstellung des Verbandes Sächsischer Bäckerinnungen 1907

»Ach, wie süß!« hört man unsere Damen ausrufen, wenn sie die Ausstellung vom Vestibule aus in der Haupthalle betreten und damit haben sie wieder einmal nicht zu viel gesagt, denn gleich im Anfang wird man geradezu »mit Schokolade übergossen«, was ja, biblisch genommen, immer ein angenehmes Gefühl sein soll.


Gleich bei Eintritte stoßen wir auf den quer im Mittelgange etablierten Pavillon Otto Rüger, Lockwitzgrund bei Dresden, wo die liebliche »Hansi« in liebenswürdiger Weise »Gratisproben« von Hansi-Schokolade verteilt und damit sich eine dauernde und dankbare Kundschaft erhält. Hier hat die bestens bekannte Firma ihre Erzeugnisse übersichtlich ausgestellt und erneut ihre Leistungsfähigkeit bewiesen. Dicht dahinter befindet sich die Firma A. Seltmann-Glogau. Spezialität: Pfefferminzküchel und Konfekt, von welchen Süßigkeiten man frisch vom Ofen weg kosten kann. Dann betritt man den ausschließlich aus Waffeln gebauten Stand der Waffelfabrik Gebr. Hörmann, Dresden-R., welche auch seitwärts ein aus Waffeln hergestelltes großes Schiff ausstellt. – Sieben Meter hoch ist die Pyramide der Firma Hartwig & Vogel, Dresden, und ein Meer von Schokoladen bester Qualität ist in ihr enthalten. Die Spitze bildet ein Felsblock mit darauf befindlicher Tellgruppe. Dann folgt die Ausstellung der Firma Petzold & Aulhorn, Akt.-Ges., Dresden, welche eine Fülle von Schokoladen bester Güte in elegantesten Packungen, Desserts, Torten, Bonbonieren, vor allem aber auch in meisterhaften Marzipan-Früchten ausgelegt hat und damit allgemeine Bewunderung erregt. Auch Jordan & Timäus, Hofl., Dresden-N. haben hier in elegantester Ausstattung ihre vorzüglichen Schokoladen, Kakaos und Lebkuchen ausgelegt.
Sächsische Dorfzeitung und Elbgaupresse, 2. 7. 1907