»Brücken-TÜV« ergab große Restnutzungsdauer

Ermüdung des Blauen Wunders gestoppt

Der Stadtbezirksbeirat Blasewitz hatte in seine Sitzung vom 13. August den Abteilungsleiter Brücken- und Ingenieurbauwerke, Holger Kalbe, eingeladen, um die Ergebnisse der Brückenhauptprüfung des Blauen Wunders von 2024 darstellen und erklären zu lassen. Es war bekannt, dass die Brücke die Zustandsnote 3 bekommen hatte. Aber was bedeutet das? Wie lange wird die Brücke den Belastungen standhalten?


Holger Kolbe führte aus, dass bei der Prüfung jede Niete und jedes Bauteil untersucht wurden. Der Zustand hat sich durch fortschreitende Abnutzung und Roststellen zur letzten Prüfung 2022 etwas verschlechtert. Aber die Brücke sei in einem, ihrem Alter entsprechenden, guten Erhaltungszustand. Schadstellen gibt es an neuralgischen Punkten vor allem unterhalb der Fahrbahn. Die in den letzten Jahren erfolgten Instandsetzungsmaßnahmen seien aber größtenteils erfolgreich gewesen.

Auf eine Nachfrage eines Stadtbezirksbeirates, was größtenteils bedeute, sagte Herr Kolbe, dass es an der Brücke kritische Stellen für Korrosionsschutzmaßnahmen gibt, wo z. B. Winkeleisen in einem Abstand von einem Zentimeter nebeneinander verlaufen. Hier ist es kaum zu verhindern, dass Rost wieder durchschlägt. Die Fehlstellen sind nicht weg zu retuschieren. Die Brücke wird keine neue und sie wird nicht besser. Aber dadurch, dass sie eine sehr robuste Konstruktion hat und viel mehr Stahl verbaut wurde, als notwendig war, kann sie die Schäden verkraften. Neben den Schäden spiele die Ermüdung der Bauteile für die Berechnung der Lebensdauer eine große Rolle. Die Maßnahmen, 1985 die Straßenbahn und 2015 auch den Schwerlasttransport von der Brücke zu nehmen, war entscheidend dafür, dass heute die Ermüdung in den maßgebenden Fachwerkstäben nicht mehr relevant ist. Durch die Ergebnisse der Waage auf Blasewitzer Seite im Zusammenspiel mit Messungen an der Brücke konnte festgestellt werden, dass Fahrzeuge bis 15 Tonnen, auch vollbesetzte Busse, kein Problem für die Brücke darstellen. Es wird zu keinen weiteren Tonnagebegrenzungen oder Verkehrseinschränkungen aus diesem Grund kommen. Somit konnte die Restnutzungsdauer, die 2015 mit 30 Jahren angegeben wurde, korrigiert werden. Wenn auch weiterhin die Mittel bereitgestellt werden, die Brücke regelmäßig zu sanieren, ist die Restnutzungsdauer sehr groß, so Herr Kalbe.

JF